Überall Sand – Cuxhaven


Am Wochenende sind wir relativ spontan nach Cuxhaven gefahren. Endlich konnte ich mal meinen sekundären Kitespot ausgiebig ausprobieren (Höhöhö :-) ).  Freitag sollte es losgehen, ab Donnerstag war dann natürlich immer ein Auge auf die Wettervorhersage gerichtet. Wetter sah ganz gut aus, Wind war 31-46km/h am Samstag und 22-31km/h am Sonntag vorausgesagt. Das wäre natürlich zu viel zum tricksen.

Am Freitagabend angekommen war es schon zu spät zum Fliegen, also hieß es Samstagmorgen früh raus. Direkt nach dem Frühstück sind wir dann auch mit Sack und Pack los. Leider darf man in Cuxhaven-Döse nicht überall fliegen. Bis zum nächsten Kitespot sind es jeweils 15 min. Fußweg.

Auf dem Deich war dann schon starker Wind. Am Strand angekommen dann gemessene 25-27km/h also ab an den Windfensterrand. Zum Glück war Ebbe somit hat man viel Platz.

Ich bin immer wieder erstaunt wieviel die 40daN LPG Leine  und der SIN aushalten. Bei 3-4 Bft. zieht das teilweise schon ganz gut, wenn man mal ein bisschen zur Windfenstermitte fliegt.

Am Samstag bin ich dann nachmittags zur Kugelbake. Ich wusste natürlich das wieder Niedrigwasser war… :-| Am frühen Abend hörte ich dann ein freundliches ‘Hallo’ hinter mir. Irgendwer schleppte seine Drachentasche durch das Watt. Drachentasche bedeutet ja schon mal Stabdrachen. Schnell hab ich meinen SIN abgelegt und bin gleich hin. Und das war dann wieder einer dieser Momente: vor mir stand Adrian Uelzen, ein ehemaliger STACK Pilot.

Adrian Uelzen

Adrian Uelzen an der Kugelbake

Er fliegt zwar nicht mehr so häufig, es sah aber trotzdem alles noch sehr flüssig aus, was er da ablieferte. Ich habe auch gleich Tipps zum Landen bekommen. Als ich ihn beobachtete fiel mir auf, dass er während einer Multilazy auf den Drachen zulief. Und zack, jetzt wusste ich warum die bei mir nicht funktionieren! Ich bin nach der ersten Lazy-Susan immer stehen geblieben. Adrian hatte ein paar Prototypen dabei. Er hat früher mit Martin Schoob zusammen Drachen entwickelt. Ich habe aber versprochen nichts zu verraten. Streng geheim :-) ….

Prototyp #1

Geheim #1

Prototyp #2

Geheim UL #2

 

Ich bin bei diesem starken Wind geschätzte 500 Halfaxel geflogen. ;-) Und natürlich Multilazy. Die Arme schmerzen heute noch…(“jaja, heul doch”). Dafür kann ich jetzt sagen: Half-Axel? Links? Rechts? Kein Problem! Hier *zack* ein schöner Tip-Stand:


Am Strand fliegen ist schon toll. Die Windqualität ist viel besser als im Inland. Der Wind ist viel stabiler, die Böen sind nicht so böig. In der Nebensaison ist es auch nicht so voll, Adrian meinte, dass es im Sommer eng wird an der Kugelbake. Wie man auf dem Foto oben sieht hatte ich genug Platz. Allerdings sind Meerwasser und Sand jetzt auch nicht unbedingt Pflegemittel für einen Drachen.

Am Ende sieht das dann so aus:
Irgendwie ist mir Wiese schon lieber…Aber es war schon ein schönes Wochenende.

Führen nicht schlagen


Die letzten Wochen waren eher dürftig, das Wetter kann man freundlich als suboptimal bezeichnen. Aufgrund permanentem Windmangel konnte ich den JJF SUL mal ausführen. Schon nach den ersten paar Metern Fliegen merkt man woran man ist. Beängstigend wie direkt und genau dieser Drachen die Leinenimpulse umsetzt. Einmal etwas ungenau gezogen und das was ein Pancake werden sollte endet in einer Flatspin-artigen Drehung. So ein Verhalten ist zum Trainieren natürlich erste Sahne. Mein Leinengefühl hat sich deutlich verbessert, ich habe das Gefühl, dass ich den Kite ‘lesen’ kann. Irgendwie spüre ich besser was der Drachen gerade macht. Ich kann mich aber auch täuschen und es liegt einfach an den ARSCHKALTEN HÄNDEN! :-)

Letztes Wochende hatte ich das Glück, dass Matthias und Andi sich nochmal genau meine Technik angesehen haben. Ich schleppe schon seit geraumer Zeit teilweise schlampige Technik mit mir herum. Leinenimpulse ziehe ich immer noch ganz gerne gegen den Bauch anstatt seitlich am Körper lang. Das ist aber eine reine Konzentrationssache, wenn ich darauf achte passiert das nicht. Des Weiteren bin ich allgemein noch etwas hektisch, meine Bewegungen sind einfach zu ruppig. Den Drachen z.B. durch den Axel führen ist wesentlich besser als ihn zu ‘schubsen’. Man soll sich einfach vorstellen den Drachen wie an Stangen zu fliegen. Mit fließenden Bewegungen hat man einfach mehr Gefühl und bekommt stärkere Rückmeldung was sich natürlich positiv auswirkt. Also führen statt schlagen.

Trickmäßig geht es nur schleppend voran. Von nichts kommt nichts. Derzeit übe ich Flic-Flac (gelingt mal gut (wenn geführt wird) mal nicht (schlagen)) und Yo-Yo, also Tricks bei denen man den Pancake braucht (auch der will geführt werden).  Aufgrund der vielen Abstürze kann ich jetzt richtig gut Belly-Launchen… :-) . Irgendwann ist mir sogar schon eine Jacobs Ladder geglückt. Zwar krumm und schief aber es war eine Ladder. Ein echt cooler Trick. Da staunt sogar der Pilot nicht schlecht…

Aus gegebenem Anlass möchte ich noch daraufhin hinweisen, dass man seinen Winder immer gut weglegen sollte. Ich habe jetzt in kurzer Zeit 2 Stück verloren. :-( Ist schon ärgerlich….

Da mein letzter Eintrag noch aus dem letzten Jahr stammt kann ich hier noch meine neuesten Errungenschaften erwähnen:

  •  Windmaster2 (nice 2 have, bringt er doch Sicherheit wieviel Wind jetzt wirklich herrscht)
  • das Buch Stuntkiting von Paul May. Super Trickerklärungen und tolles Hintergrundwissen. Besonders der Bereich Technik hat nochmal einige Wissenslücken geschlossen.
  • ein Heißschneider. Eigentlich DER Heißschneider: Dremel Versatip. Damit kann ich Wireless mit dem Drachenbau anfangen..

Diese Tage wartet dann noch eine schwere Entscheidung auf mich, denn ich möchte dieses Jahr in die Competition Klasse aufsteigen (der Drachen, nicht ich :-? ). Zur Auswahl stehen:

  • Kithouse Sharp
  • Diamondkites Veyron
  • R-Sky NSE

Den NSE konnte ich jetzt einen Tag lang testen (hier in Bielefeld gibt es viele davon auf der RRB). Der macht irgendwie alles und das ziemlich einfach, mir ist auf anhieb eine Multi-Lazy gelungen. Jedoch sehe ich es irgendwie nicht ein soviel Geld nur für den Namen auszugeben. Das verbaute Gestänge ist irgendwie gar nicht so Competition. Natürlich macht ein teures Gestänge noch keinen Comp kite, wenn ich aber schon Geld in die Hand nehme, will ich auch was dafür bekommen. Zudem gibt es einige deutsche Trickser die R-Sky boykottieren (irgendwas ist da bei Stella Plage 2011 schlecht gelaufen. Ich glaube es ging um Lizenzkosten o.ä). Über den Sharp wurde geschrieben: Wer den SIN mag wird den Sharp lieben. Aber irgendwie möchte ich auch mal was Neues ausprobieren. Bei dem Veyron habe ich etwas Bedenken wegen der doch großen Segelfläche. Zu viel Druckaufbau ist irgendwie auch nicht mein Ding. Naja, lasst euch überraschen….

Mit der Hoffnung, dass die Tage bald wieder länger werden, bis zum nächsten Mal….