Veyron vs SIN


Aufgrund schlechtester Windbedingungen (Ost- bzw. Südwind) konnte ich meine neue Superwaffe im Kampf gegen…öhm…mich selbst noch nicht wirklich nutzen. Entweder kachelt es, dass einem die Arme nach 5 min Fliegen schmerzen oder das Ding fällt vom Himmel. Ein kleines Fazit kann ich dennoch ziehen:

Der Veyron fühlt sich aufgrund des stärkeren (…und natürlich auch Competion-mäßigem…) Gestänges wesentlich kompakter und direkter an. Windböen werden ‘ungefiltert’ über die Schnur an den Piloten übertragen. Leider hat ein dickes Gestänge natürlich den Nachteil, dass der Drachen mehr Wind braucht. Im Gegensatz zum SIN braucht er schon eine Schüppe mehr Wind. Der Druckaufbau ist stärker; was ich jedoch nicht als Nachteil empfinde. Ich muss mir wohl eingestehen, dass ich das eigentlich besser finde. Die Optik gefällt auch. Wenn der Veyron am Himmel steht, glänzt das AirX silber-blau. Aber das Aussehen ist mir ja sowieso egal.

Tricksen ist im Vergleich schwieriger, der Veyron verschenkt nichts. Erst jetzt merke ich, dass der SIN wirklich viel mitmacht und z.B. Halfaxel-to-Fade quasi von selbst fliegt (ha, dass ICH das mal sagen werde..). Mal eben lässig aus dem Handgelenk in den Fade kann ich mit dem Veyron nicht, er zwingt den Piloten zum sauberen Fliegen. Die Geschwindigkeit ist sehr langsam, beinahe NSE Tempo. Also die Entdeckung der Langsamkeit. Zum Tricksen ist das natürlich ideal. Beim 540 z.B. konnte ich beim SIN die ersten 180 Grad kaum erkennen. Beim Veyron kann man da Leine zur Seite legen und einen Kaffee trinken. Wenn man wiederkommt ist er dann soweit rum…

Blanker Wahnsinn ist die Präzision, die der Veyron an den Tag legt. Jetzt weiß ich auch was mit ‘einrasten’ gemeint ist :-) ‘knack’ ‘knack’ macht das beim combinatio-turn. Sehr geil.Ich bin sogar schon Steps down geflogen. 4 Stufen in 35m unterzubringen war mir mit dem SIN aufgrund der doch recht hohen Geschwindigkeit nicht möglich.

Die Verarbeitung kann ich nicht bewerten. Ich kenne keine Qualitätsmerkmale und kann eine gute Naht nicht von einer schlechten unterscheiden. Nach Rücksprache mit Andi leuchet mir auch ein, warum statt C-Clips aufgeschnittene Endkappen verwendet werden: bei zu steifen Verbindungen an gewickelten Stäben könnte sich die Wicklung  bei harten Stürzen lösen. Harte Stürze habe ich eine Menge ;-) . Warum meine ‘C-Clips’ jedoch nur halb geklebt waren weiß ich nicht. Ich habe erstmal alle schnell nachgeklebt nachdem ich schon einen auf der Wiese gefunden habe.

Axel basierte Tricks kann ich jetzt auch mit dem Veyron, wickeln muss ich noch üben. Lazys, Flatspin, Slot geht auch schon und sehen auch gut aus. Hoffentlich gibt es bald mal wieder etwas schöneren Wind damit ich mit dem Veyron da anschließen kann, wo ich mit dem SIN aufgehört habe.

Wem dieses kleine Statement nicht reicht, sollte einen Blick in die Kite&Friends 03/2012 werfen. Paul May beschreibt mit wunderbaren Worten und besser als ich es jemals könnte den Veyron (der natürlich Höchstnoten kassiert).

Im Endeffekt hätte ich nicht gedacht, dass Drachen so unterschiedlich sein können. Paul May sagt ‘der Veyron ist ein   Drachen mit einem starken eigenen Charakter’. Das kann ich nur bestätigen.

Zum neuen Drachen habe ich mir noch einen neuen Leinensatz gegönnt. Ich dachte mir ich bin mal etwas experimentell und habe mir die neue Ockert Combat in 70 daN gekauft und selbst abgelängt. Die Leine ist sehr dick aber auch sehr steif. Es ist das erste Mal, dass ich die Leinen beim Fliegen sehen kann, was ich auch als Vorteil ansehe. So kann ich die Leinenspannung auch sehen. Hier mal ein Bild wie steif die Leine ist:

Im Endeffekt ist sie sogar noch etwas dicker als die Protect in 100daN. 0.85 Mantelschnur war schon schwierig drüberzubekommen. Hier mal ein Vergleich: 35m LPG 40 daN und 35m Combat 70 daN:

Was für ein Unterschied. Filigran geknüpfte Leine gegen zusammengelötetes Kabel :-) . Die Streckung der Leine geht gegen Null. Ich habe auch das Gefühl, dass die nicht durchhängt. Wahrscheinlich ‘schiebt’ sie einfach den Drachen nach hinten…

Anekdote zum Schluss: Mit dem SIN konnte ich jetzt endlich Pancake. Mit dem Veyron sieht das aus, als ob ich das erste Mal Leinen in den Händen hätte. Und dann immer diese NEUNMALKLUGEN (gnihihi) Kommentare meiner ‘Trainer’: Führen, langsamer, gefühlvoller. Ja, Leute, ich würde ja gerne. Gruß übrigens an die eben Genannten. Was würde ich nur ohne euch tun? :-)

Ein Kommentar zu “Veyron vs SIN”

  1. Andreas sagt:

    Hallo Dominic,

    da hast du wohl…mal wieder:-)…etwas falsch verstanden.
    Ein C- Clip beschädigt keinen Stab bei Abstürzen.
    Er lässt sich nur oftmals sehr schwer wieder vom Stab entfernen, dabei kann es zu Beschädigungen an gewickeltem Gestänge kommen.
    Ein C- Clip sollte an gewickeltem, ungeschliffenem, conischem Stabmaterial besser nicht verwendet werden.

    Neunmalkluge Grüße
    Andreas

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